An einem winterlich kalten Samstag im März erfolgte bei dem neuen
Fährschiff FS2010 der Krängungsversuch. Unter Krängung bezeichnen die
Experten die Neigung von Schiffen zur Seite. Bei diesem wichtigen Test
wurde geprüft bzw. verifiziert, ob die vom Konstrukteur laut Berechnung
erlaubte Neigung bei entsprechender Beladung eingehalten werden kann.
Wichtig beim Bau eines solch großen und vor allem langen Schiffes ist
natürlich die Festlegung, wie viel Last das neue Fährschiff selbst bei
ungünstiger Verteilung laden darf, ohne dabei allzu sehr "Schlagseite"
zu bekommen.
Der Fährebetrieb prüfte zusammen mit der Bauwerft die Krängung nach
einer standardisierten Versuchsreihenfolge mit vier neuen
Niederflurbussen der Stadtwerke Konstanz GmbH, also ca. 50 Tonnen
Krängungsgewicht. Vorab wurde unterhalb der beiden Steuerhäuser jeweils
ein Bleilot als Pendel aufgehängt. Dieses Pendel durfte bei einseitiger
Beladung mit unterschiedlichen Gewichten nur bis zu einem gewissen Grad
ausschlagen.
Das Ergebnis war sehr erfreulich. Alle Werte ließen sich wie angenommen
realisieren. Das Bleilot in der Schiffsmitte schlug nur sehr gering aus,
genau wie berechnet.
Da ein Krängungsversuch eine spannende Angelegenheit ist, haben wir für
alle, die sich dafür interessieren, einen kurzen Film zum Thema
zusammengeschnitten. Viel Spaß beim Betrachten.